Tipps 4 Tops (1)

Am 15.1. gab es zum ersten Mal “Tipps 4 Tops” im BC Wien, Reischachstraße 3. Einmal im Monat darf ich bei diesem Event einen österreichischen Spitzenspieler begrüßen, der mit mir einige interessante Partien des Abendturniers analysiert und den Turnierspielern, die sich nach dem Turnier noch ca. 1 Stunde Zeit nehmen, Tipps zur Verbesserung ihres Spiels gibt.

Den Beginn machte Qumars Jadali, der mit seiner charmanten und unterhaltsamen Art alle anwesenden Teilnehmer in seinen Bann ziehen konnte. Unter den besprochenen Partien fand sich z.B. diese interessante Austeilung:

Bildschirmfoto 2014-01-17 um 15.14.34

 

In dieser Austeilung ist West Teiler und passt, Nord eröffnet mit 1 Karo und Ost muss nun einen Lizitplan entwickeln, der sein Blatt gut beschreibt. Welches Gebot zeigt das Blatt am besten. Dass es keine ideale Lösung gibt, zeigt, dass die anwesenden Spitzenspieler sich nur in einem Punkt einig waren: Da es kein ideales Gebot gibt, muss man versuchen, das Blatt mit der “geringst möglichen Lüge” zu beschreiben.

Und was nun diese “geringst mögliche Lüge” ist, darüber gingen die Meinungen auseinander:

1 NT? beschreibt die Stärke sehr gut, aber natürlich ist die Karo Dame kein idealer Stopper.

1 Herz? schlechte Farbqualität. Und die Punkte sind damit auch noch nicht beschrieben.

1 Pik? Falls der Partner ausspielen muss, wird er unsere stärkste Farbe attackieren. Allerdings haben wir damit unsere längste Farbe noch nicht gezeigt.

“Q” plädierte für kontra. Falls der Partner 2 Treff lizitiert, müsse man eben die Zähne zusammenbeissen und 2 Herz sagen, was wenigstens die Punktestärke korrekt zeigt, wenn auch die Herzqualität für diese Sequenz äußerst dürftig ist.

Auf die abschließende Frage, welche Tipps er für den durchschnittlichen Turnierspieler auf Lager habe, um sich zu verbessern, rückte “Q” mit 2 Geheimnissen aus seiner Trickkiste heraus:

1. HALTE INNE! Vorsicht vor “automatischen Karten”. Wir spielen alle oft viel zu schnell, decken, ducken oder schnappen automatisch, ohne über mögliche Alternativen nachzudenken. Ein paar Sekunden Innehalten und die möglichen Spielzüge überlegen kann oft den entscheidenden Unterschied machen.

2. NICHT SCHEIBCHENWEISE LIZITIEREN! In vielen Lizitsituationen, in denen man mit dem Partner einen Fit gefunden hat, ist es von großem Vorteil, sofort auf den Bietlevel zu springen, den man mit diesem Blatt anstreben will. Wenn die eigene Seite einen Fit hat, dann hat wahrscheinlich auch die Gegenseite einen Fit – und wenn der Gegner diesen Fit noch nicht gefunden hat, dann kann er uns auch nicht mehr so leicht aus unserem Kontrakt herausbringen. Mit Hilfe des “LAW OF TOTAL TRICKS”, lässt sich dieser korrekte Bietlevel oft leicht bestimmen – und jetzt hat der Gegner das Problem, ob und wie er noch auf sehr hohem Level in das Limit einsteigen kann…

Die nächsten “Tipps 4 Tops” finden am 19.2. nach dem Abendturnier in der Reischachstraße statt, und wir freuen uns alle auf Johann Zeugner, der uns auch sicherlich mit vielen interessanten Aussagen und Tipps beschenken wird…

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